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Aus dem Facharchiv: Betriebsführung
Arbeitsplätze: Ergonomie als ganzheitlichen Prozess betrachten

Stundenlange Bildschirmarbeit, verspannte Sitzhaltung, zuwenig Bewegung:Moderne Arbeitsformen belasten zunehmend das Muskel- und Skelettsystem, welches nicht dafür geschaffen ist. Die Folgen sind oft dramatisch.

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Bild: Dauphin Human Design Group

Der Körper reagiert mit arbeitsplatzbezogenen Schmerzen, und Fehlzeiten infolge von 
Rückenbeschwerden sind seit Jahren ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für kleine und mittelständische Betriebe.

Der Wandel der Arbeitswelt hat auch im Handwerk und in der Industrie in den vergangenen Jahren enorm an Fahrt aufgenommen. Kreative Wissensarbeit im Büro, höchste Präzision bei Prüfarbeitsplätzen und größtmögliche Effizienz in der Fertigung sind heutzutage ein Erfordernis für den Erfolg der Unternehmen.

Mensch und Arbeitsplatz

Doch der menschliche Bewegungsapparat hält in dieser schnelllebigen Zeit längst nicht mehr ohne Weiteres damit Schritt. Stundenlanges Sitzen und zu wenig Bewegung belasten den Körper, denn das Muskel- und Skelettsystem des Menschen ist seit Millionen von Jahren auf den Wechsel zwischen Gehen, Liegen und Stehen trainiert.

Grundlagen der Ergonomie

 Arbeitsplatzbezogene Schmerzsymptome sind ganz typische physiologische Reaktionen, wenn der Körper ganztägig einer künstlich geschaffenen Umgebung ausgesetzt ist, für die er nicht geschaffen ist. Hier setzt die Ergonomie an. Als Wissenschaft untersucht sie die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen, sodass diese ihre Aufgaben optimal und gesunderhaltend erfüllen können. Doch in deutschen Betrieben und Unternehmen gibt es Handlungsbedarf, wie der aktuelle Jahresbericht Sicherheit und Gesundheit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) offenbart.

Hoher Krankenstand – gravierende Kosten

Bei insgesamt knapp 675 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen im Jahr 2016 entfiel fast jeder vierte krankheitsbedingte Fehltag auf „Muskel-Skelett-Erkrankungen“. Damit belegten die Leiden des Bewegungsapparats erneut den ersten Platz unter den Krankheiten mit den meisten Ausfalltagen. Zusammen mit dem Ergebnis einer Umfrage von Statista zur Häufigkeit von Rückenschmerzen in Deutschland 2017 überraschen diese Zahlen nicht. Demnach gaben 17 % der Befragten an, mehrmals in der Woche unter Rückenschmerzen zu leiden.

Die BAuA schätzt die Produktionsausfälle allein durch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes anhand der Lohnkosten auf 17,2 Milliarden Euro. Der gesamten deutschen Volkswirtschaft gingen durch den Verlust an Arbeitsproduktivität sogar rund 30 Milliarden an Bruttowertschöpfung bei dieser Diagnosegruppe verloren. Die Zahlen klingen dramatisch, dabei berücksichtigen sie noch nicht einmal die eingeschränkte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit von Mitarbeitern, die beispielweise mit starken Rückenschmerzen krank bei der Arbeit erscheinen. Ergonomieexperten und Forscher gehen davon aus, dass die Verluste durch arbeitsplatzbezogenen Schmerzsymptome aktuell um ein Vielfaches höher ausfallen.

Produktivität leidet

Die Ergonomie wird infolgedessen zu einem zentralen Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktor. Darüber hinaus stellen die verminderte Erwerbsfähigkeit und die Krankheitstage nicht das einzige Kernproblem dar.

Laut einer Studie des Gallup-Instituts aus dem Jahr 2016 zählen geringe Mitarbeiterbindung und hohe Unzufriedenheit unter den Beschäftigten zu den größten Produktivitätskillern.

15 % aller Arbeitnehmer haben demnach mit dem eigenen Unternehmen abgeschlossen oder bereits innerlich gekündigt; 70 % machen lediglich Dienst nach Vorschrift.

Ergonomie verankern, Menschen erreichen

Unternehmen stehen demnach vor der Herausforderung, die Arbeitsplätze gesundheitsschonend zu gestalten. Zudem soll die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung dabei helfen, Beschäftigte wieder stärker an das Unternehmen zu binden. Für Unternehmer und Büro- und Raumplaner sowie weitere Verantwortliche ist es daher wichtig, geeignete Produkte und Lösungen zu finden. Wenn die Ergonomie nachhaltig im Unternehmen verankert oder gestärkt werden soll, müssen vorab mehrere Aspekte beleuchtet werden.

Zentrale Fragen hierbei sind:

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus und welche Bedürfnisse haben die Beschäftigten?
  •  Passt die Planung zur Betriebskultur?
  •  Welche Bereiche arbeiten regelmäßig zusammen?
  •  Benötigt jeder Mitarbeiter einen eigenen Arbeitsplatz?

Eine zukunftsorientierte Einrichtungslösung sollte nicht nur die nötige Flexibilität für jedes Unternehmen und die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter mitbringen. Entscheidend für ein Planungskonzept ist vor allem eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Hierbei werden auch Faktoren wie die Akustik am Arbeitsplatz, optimale Lichtverhältnisse sowie angenehme Meeting- und Pausenbereiche berücksichtigt.

Autorin: S. Weber
Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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