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Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Kleine Montage mit schweren Folgen

Aufgrund fehlender isolierender Abdeckungen erlitt ein Monteur eine Körperdurchströmung mit Todesfolge.

Sicherungsunterteile hatten offene Anschlussklemmen (Bild: BG ETEM)

Arbeitsaufgabe. In einem Verwaltungsgebäude sollte in einem Verteilerschrank ein neues Relais eingebaut werden. Da sich in der Verteilung weitere Stromkreise befanden, die der allgemeinen Verkehrssicherung dienten, wurde nur der entsprechende Stromkreis vorher freigeschaltet. Alle anderen blieben weiter in Betrieb.

Unfallhergang. Ohne weitere Abdeckungen vorzunehmen, nahm der Monteur die Arbeiten auf. Dabei hatte er nicht beachtet, dass die vorhandenen Schraubsicherungsunterteile (Bild) keine ausreichende Fingersicherheit aufwiesen. Beim Anschließen des Relais berührte der Monteur offenbar die unter Spannung stehenden Klemmen der Sicherungunterteile und erlitt eine Körperdurchströmung. Durch die nachfolgende heftige Bewegung wurden zwei Elemente aus ihrer Befestigung gerissen. Ein Kollege des Verunfallten war im Nebenraum mit der Montage von Leuchten beschäftigt. Als er einen Schrei hörte, kam er ihm zu Hilfe. Der kurze Zeit später eintreffende Notarzt setzte die Hilfeleistung fort, hatte aber keinen Erfolg. Der Monteur verstarb noch am Unfallort.

Unfallanalyse. Entsprechend der 5. Sicherheitsregel müssen bei Arbeiten an elektrischen Anlagen benachbarte, unter Spannung stehende Teile abgedeckt werden. An der Anlage darf nur gearbeitet werden, wenn „bei Verzicht auf vorstehende Maßnahmen die zulässigen Annäherungen nicht unterschritten werden“ (§ 7 BGV A3). Dies wäre bei der anstehenden Arbeitsaufgabe ohne großen Aufwand möglich gewesen. Am Unfallort wurden jedoch neben den Werkzeugen weder isolierende Abdeckungen noch persönliche Schutzausrüstungen gefunden, die der Monteur hätte einsetzen können.

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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