Anzeige

Unerlaubte Telefonwerbung
100.000 Euro Strafe für E.ON und RegioCom Halle

Unerlaubte Werbeanrufe sind ohne Einwilligung des Verbrauchers bereits seit 2009 verboten. Im Auftrag des Stromkonzerns E.ON kontaktierte die RegioCom Halle GmbH dennoch Verbraucher, um ihnen einen Stromanbieterwechsel anzubieten. Beide Unternehmen müssen nun mit Konsequenzen rechnen.

Unerlaubte Telefonwerbung

Verbraucher wanden sich mit Beschwerden an die Bundesnetzagentur, die unverzüglich Ermittlungen einleitete. Nachforschungen ergaben, dass die Werbeanrufe ohne erforderliche vorherige Einwilligung der Verbraucher erfolgten. Eine Werbeeinwilligung ist nur dann wirksam, wenn für Verbraucher auf den ersten Blick klar erkennbar ist, für welche Produkte oder Dienstleistungen Unternehmen werben möchte. In diesem konkreten Fall waren die vorformulierten Einwilligungserklärungen rechtlich unwirksam.

Unseriöser Datenhandel

„Wer Werbeanrufe erhält, sollte genau prüfen, ob er dem zugestimmt hat. Werbeanrufe ohne vorherige Einwilligung des Verbrauchers sind verboten", betont Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir ahnden unerlaubte Telefonwerbung und gehen konsequent gegen Unternehmen vor, die sich unseriös erhobener Daten bedienen", ergänzt Homann.

Weitere Prüfungen ergaben des Weiteren, dass die Kontaktdaten der Betroffenen von den Adresshändlern Brackmann Data & Communication Limited und der adpublisher AG stammen. Verbraucher sollen angeblich an diversen Gewinnspielen teilgenommen haben. Bei Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, dass Betroffene weder die genannten Internetseiten aufgerufen noch im Rahmen eines Gewinnspiels ihre Einwilligung erteilt hatten.

Fehlende Werbeeinwilligung

Die Bundesnetzagentur wirft E.ON Energie Deutschland GmbH und der RegioCom Halle GmbH vor, ihren Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen zu sein. Vor dem Start der Telefonkampagne hätten beide Unternehmen prüfen sollen, ob eine rechtlich wirksame Einwilligungserklärung auch wirklich vorliegt. Gegen beide Unternehmen verhängte die Aufsichtsbehörde Bußgelder in Höhe von je 100.000 Euro, die allerdings noch nicht rechtskräftig sind. Über einen möglichen Einspruch entscheide das Amtsgericht Bonn, heißt es.

Die Missachtung der gesetzlichen Regelungen kann als Ordnungswidrigkeit durch die Bundesnetzagentur geahndet werden. Bußgelder von bis zu 300.000 Euro kann die Bundesnetzagentur verhängen. Unterdrücken Unternehmen ihre Rufnummer bei Werbeanrufen, so kostet es diese ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro. Bis Juli 2017 verhängte die Bundesnetzagentur bereits Bußgelder in Höhe von insgesamt 465.000 Euro wegen unerlaubter Telefonwerbung.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Strengere Regelungen für Betriebe

Die DSGVO-Einführung rückt näher. Der ep stellt in einem Webinar die Grundlagen praxistauglich vor, um ihrem Betrieb einen Überblick zu geben, was noch bis zum 25. Mai 2018 zu erledigen ist.

Weiter lesen

Das Internet der Dinge ist in aller Munde. Ein großer Ideengeber ist in diesem Zusammenhang der Raspberry-Pi – ein Einplatinencomputer, im Taschenformat. Unser Autor Dr. Horst Möbus hat sich eine Erweiterungskarte für den Raspberry näher angeschaut....

Weiter lesen

Der aktuelle Elektropraktiker 03/2018 beschäftigt sich in der Rubrik Betriebsführung mit dem Thema Gefährdungsbeurteilung am Beispiel eines Stolper- und Sturzunfalles.

Weiter lesen

Am 25. August 1967 startete in Deutschland das PAL-System. Außenminister Willy Brandt läutete mit einem symbolischen Knopfdruck die Ära des Farbfernsehens ein.

Weiter lesen

Zum 80. Todestag von Max Wien Pionier der Funktechnik

Auch wenn seine Erfindung, der Wiensche Löschfunkensender, mit der RMS Titanic auf dem Meeresboden versank, sind seine wissenschaftlichen Errungenschaften bis heute nicht vergessen – zu seinem 80. Todestag stellen wir Max Wien und sein Schaffen vor.

Weiter lesen
Anzeige