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Elektrotechnik | Installationstechnik | Schränke und Verteiler

Normen für Installationsverteiler

ep5/2020, 3 Seiten

?In einer Liegenschaft (Büros, kleinere Werkstatt, Lager) wurden eine Zähleranlage, Verteiler und kleinere Installationsverteiler erneuert. Es handelt sich um Stromverteiler, die für Laien bedienbar sein sollen. Bezüglich der DIN EN 61439 wurden im Auftrag keine schriftlichen Details festgelegt. Folgende zu erbringende Leistungen würden wir aus der entsprechenden Norm herauslesen: Schaltungsunterlagen mit Bemessungswerten; Dokumentation für Stückprüfnachweis; Angabe des RDF; Erwärmungsnachweis; Herstellerkennzeichnung; CE-Kennzeichen; Konformitätserklärung und Checkliste zum Konformitätsbewertungsverfahren. Ist der Installateur trotzdem verpflichtet, diese Leistung zu erbringen? Oder ist diese Norm nur optional und vor Auftragsvergabe ausdrücklich zu benennen? Lassen sich die genannten Unterlagen einfordern? Wie verhält es sich bei kleineren dreireihigen Elektroverteilern (Wohnungsverteiler)?


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„Kleine dreireihige Elektroverteiler“. Auch wenn diese Verteiler in den vom Anfragenden angeführten Liegenschaften nicht unbedingt als Wohnungsverteiler zu betrachten sind, würde ich hier nicht zwingend die DIN EN 61439-3 (VDE 0660-600-3) [1] als vorausgesetzt betrachten.

Auch Verteiler nach DIN EN 60670-24 (VDE 0606-24) [2] sind jedoch für die Bedienung durch Laien vorgesehen und dürften somit die Anforderungen für die angeführten Bereiche erfüllen.

Fazit. Alle Hinweise in den normativen Unterlagen sind nicht zwingend, sodass ich persönlich die Notwendigkeit sehe, dass es einer Vereinbarung bedarf, welche Art von Verteilern jeweils vorzusehen sind, zumindest wenn es um elektrische Anlagen außerhalb von Wohnungen geht. Für Wohnungen dürfte die Sache aber klar sein. Selbst wenn die Bemessungsströme größer als 63 A sind, kann eine Vereinbarung notwendig sein, da ja sowohl Verteiler nach DIN EN 60670-24 (VDE 0606-24) [2] als auch solche nach DIN EN 61439-3 (VDE 0660-600-3) [1] möglich wären.

Es würde Sinn machen, wenn der Anfragende bezüglich „Installationsverteiler“ die Tabellen AA.1 und BB.1 des informativen Anhanges der DIN EN 60670-24 (VDE 0606-24) [2] näher betrachten würde. In der Tabelle AA.1 ist z. B. festgelegt, was alles vereinbart werden kann.

Als Auftraggeber hat der Anfragende immer die Möglichkeit, alle Wünsche in die Auftragsvergabe einzubringen. Ein einfacher Hinweis auf die einzuhaltenden Normen ist aus meiner Sicht nicht ausreichend.


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Quellen

DIN EN 61439-3 (VDE 0660-600-3):2013-02 Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – ?Teil 3: Installationsverteiler für die Bedienung durch Laien (DBO).

DIN EN 60670-24 (VDE 0606-24):2014-03 Dosen und Gehäuse für Installationsgeräte für Haushalt und ähnliche ortsfeste elektrische Installationen – Teil 24: Besondere Anforderungen für Gehäuse zur Aufnahme von Schutzgeräten und ähnlichen energieverbrauchenden Geräten.

DIN VDE 0603-1 (VDE 0603-1):2017-06 Zählerplätze – Teil 1: Allgemeine Anforderungen.

VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2019-04 Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung).

DIN 18015-1:2013-09 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 1: Planungsgrundlagen.

DIN EN 61439-1 (VDE 0660-600-1):2012-06 Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – ?Teil 1: Allgemeine Festlegungen.

DIN 43871:1992-11 Installationskleinverteiler für Einbaugeräte bis 63 A.


Autor
  • W. Hörmann
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