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Mindestausstattung einer Elektroinstallation

ep6/2021, 3 Seiten

?Wir haben aktuell ein Objekt, in welchem die Wohneinheiten kernsaniert werden, u. a. Abriss sämtlicher Innenwände. Ist nach der Kernsanierung bezüglich der Mindestausstattung die Elektroinstallation (Steckdosen, Lichtschalter, etc.) nach der aktuellen DIN 18015-2 herzustellen oder nach Stand der zum Baujahr (etwa 1994) gültigen DIN 18015-2? Gilt hier ein Bestandsschutz?


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  • Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik wird vermutet, wenn bei Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung und Abgabe von

  • DIN 18015-2 [1] gehört jedoch keinesfalls zu diesen „technischen Regeln“, die vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. herausgegeben wurden. Verbindlich sind solche DIN-Normen erst dann, wenn sie in verbindlichen Regelwerken (z. B. in Gesetzen, Verordnungen usw.) oder in Verträgen (z. B. in einem Werkvertrag) erwähnt werden.

    Es ist auch kaum zu erwarten, dass es für alle verbindliche Festlegungen für einen bestimmten Ausstattungsstandard der Elektroinstallation gibt. Dies liegt in der Regel im Ermessen des Betreibers, der mit dem jeweiligen Ausstattungsstandard leben muss. Wenn ein Bauherr bzw. Betreiber einer zu errichtenden elektrischen Anlage also sichergehen will, dass er bei der Übergabe seines Gebäudes keine (in seinen Augen) „minderwertige“ Elektroinstallation vorfindet, muss er vorab im Leistungsverzeichnis seiner Ausschreibung entsprechende Festlegungen treffen und den Errichter durch Vertrag auf den gewünschten Ausstattungsstandard verpflichten.

    Natürlich kann man sagen, dass die Freiheit, die Planer oder Errichter elektrischer Anlagen besitzen, sofern keine Festlegungen zum Ausstattungsstandard vorliegen, Grenzen hat. Ab einer gewissen unteren Grenze ist eine Ausstattung der Elektroinstallation nicht mehr hinnehmbar. Allerdings ist diese untere Grenze nicht zwingend festgelegt und müsste im Streitfall möglicherweise vor Gericht erstritten werden. Ob ein Richter allerdings die Mindestanforderungen nach DIN 18015-2 [1] seiner Rechtsprechung zugrunde legt, wenn es um einen entsprechenden Streitfall geht, ist nicht vorhersehbar.

    Umgekehrt kann es der Bauherr oder Betreiber ablehnen, einen nach seiner Ansicht zu hohen Ausstattungsstandard zu bezahlen, der für ihn (aus welchen Gründen auch immer) nicht infrage kommt.


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    Quellen

    Schmolke, H.; Callondann, K.: Elektroinstallation in Wohngebäuden, VDE-Schriftenreihe Band 45, 10., neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2021, Berlin-Offenbach, VDE Verlag.

    Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz – EnWG) vom 7. Juli 2005 (BGBl. I S. 1 970, 3621); zuletzt geändert durch Art. 2 G v. 21. 12. 2020 I 3138.

    Elektro+ Elektroinstallationen im Spannungsfeld von Anpassung und Bestandsschutz“; Herausgeber: GED Gesellschaft für Energiedienstleistung GmbH & Co. KG, 1. Auflage Januar 2012; 2017.

    DIN 18015-2:2020-11 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstattung.

    Fachinformation Elektrische Anlagen in Wohngebäuden Neufassung der RAL-RG 678; HEA, März 2011.


    Autor
    • H. Schmolke
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