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Innungen und Verbände | Veranstaltung | Elektrotechnik

Jahrestagung des FV Sachsen in Dresden - Erfolg braucht Wissen: Trends erkennen & Märkte besetzen

ep6/2003, 2 Seiten

In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es für die Betriebe umso wichtiger, rechtzeitig Trends zu erkennen und neue Märkte zu besetzen. Eine gute Gelegenheit, die Kenntnisse zu vertiefen, Chancen zu bewerten und Erfahrungen auszutauschen, bot die Fachtagung des sächsischen Fachverbandes für Elektro- und Informationstechnik. Sie fand parallel zur 14. Jahrestagung in Dresden statt.


Große Solidarität nach dem Hochwasser Die Flutkatastrophe des vergangenen Jahres brachte für viele Menschen in Sachsen Leid und Sorgen. Allein unter den Innungsbetrieben des Elektrohandwerks waren 93 Unternehmen zum Teil schwer betroffen. Der großen Welle des Hochwassers folgte erfreulicherweise eine große Welle der Solidarität, die niemand für möglich gehalten hätte: Innungskollegen aus Sachsen, aber auch aus anderen Teilen der Bundesrepublik, die Industrie, der Großhandel und viele andere standen den flutgeschädigten Betrieben helfend zur Seite. Für Frank Herrmann (Bild ), den Vorsitzenden des Fachverbandes, war diese Solidarität für viele Betroffene „eine wesentliche Stütze, die Ärmel hochzukrempeln und weiter zu machen“. Schnell und unbürokratisch stellten auch der Fachverband und der ZVEH den geschädigten Mitgliedsbetrieben eine finanzielle Unterstützung in Höhe von über 200000 Euro zur Verfügung. Auf der anderen Seite brachte die Hochwasserkatastrophe für das Elektrohandwerk in einigen Regionen Sachsens ein wirtschaftliches Zwischenhoch und eine Vielzahl neuer Aufträge. Leider ist die gesamtwirtschaftliche Lage der Branche trotz dieses punktuellen „Flut-Booms“ nach wie angespannt: 2400 Mitarbeiter mussten im vergangenen Jahr in Sachsen entlassen werden und mit nur 542 neu eingestellten Lehrlingen wurde ein Negativrekord seit 1990 erreicht. Solange sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht änderten, bemerkt Frank Herrmann, sei mit einer weiteren Rezession zu rechnen: „Die aktuelle Politik der Bundesregierung schafft für die Wirtschaft kein Vertrauen. Tragfähige und nachhaltige Schritte, die Personalkostenbelastung der Betriebe und der Arbeitnehmer zu reduzieren, sind nicht ersichtlich.“ Dennoch seien Probleme aber auch Chancen: Jetzt gelte es als Unternehmer Verantwortung zu tragen, Mut zu haben und neue Wege zu gehen, so der FV-Vorsitzende. Der Fachverband unterstützt seine Mitgliedsbetriebe u. a. mit maßgeschneiderten Dienstleistungsangeboten, mit neuen Marktstrategien zum Fachbetrieb für Gebäudetechnik und mit der Weiterentwicklung des E-Checks. Auch die Energieeinsparverordnung muss als Chance des Elektrohandwerks für den Einbau von Wärmepumpen und die Wohnraumlüftung gesehen werden. Das gleiche gilt für die Solar- und Informationstechnologien. Begleitende Fachtagung „Erfolg braucht Wissen“ hieß das Motto der Fachtagung, an der rund 75 interessierte Innungsmitglieder teilnahmen (Bild ). Das Themenspektrum reichte diesmal von Fragen der Gewährleistung und Garantie über Kabel-/Lei-Branche aktuell Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 6 Jahrestagung des FV Sachsen am 04./05.04.2003 in Dresden Erfolg braucht Wissen: Trends erkennen und Märkte besetzen In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es für die Betriebe umso wichtiger, rechtzeitig Trends zu erkennen und neue Märkte zu besetzen. Eine gute Gelegenheit, die Kenntnisse zu vertiefen, Chancen zu bewerten und Erfahrungen auszutauschen, bot die Fachtagung des sächsischen Fachverbandes für Elektro- und Informationstechnik. Sie fand parallel zur 14. Jahrestagung in Dresden statt. FV-Vorsitzender Frank Herrmann eröffnete die Tagung tungsanlagen, die digitale Fernsehübertragung und Breitbandkabel bis hin zu neuen und geänderten Normen, die für das Elektrohandwerk bedeutsam sind: Garantie und Gewährleistung. Die Schuldrechtsreform vom 1.1.2002 hat auch für das Elektrohandwerk erhebliche Auswirkungen mit sich gebracht. Frank E. Eichhorn, Referatsleiter Betriebswirtschaft beim ZVEH, verdeutlichte in seinem Vortrag die Unterschiede zwischen Garantie und Gewährleistung sowie die aus dem Kaufvertragsrecht, dem Werkvertragsrecht und ggf. Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) resultierenden unterschiedlichen Fristen (vgl. ep 3/2002, S. 177-179). In diesem Zusammenhang wurde auch auf die kürzlich von zahlreichen Industrieunternehmen abgegebenen „Gewährleistungsregeln“ verwiesen, die eine praxisgerechte Alternative zur Abwicklung von Gewährleistungsfällen in der Elektrobranche bieten (vgl. ep 5/2003, S. 332). Kabel- und Leitungsanlagen. Reinhard Opitz, ABB Stotz-Kontakt, befasste sich in seinen Ausführungen mit der Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen, der Leitungsverlegung und Dimensionierung sowie mit dem Funktionserhalt im Brandfall gem. MLAR. Digitale Fernsehübertragung und Breitbandkabel. Karl-Heinz Kürbis vom Deutschen Institut für Breitbandkommunikation (dibkom) stellte den Aufbau und die Funktion von Übertragungssystemen mit modernen HFC-Strukturen (Hybrid Fibre Coax) vor. Damit ist eine Signalübertragung über mehrere, hintereinander geschaltete Teilsysteme gemeint. Mit einem oder kaskadierten optischen Übertragungssystemen wird der größte Teil der Strecke zwischen Kopfstelle und Teilnehmer überbrückt. Nur einen kleineren Teil bildet das Koaxialnetz. Für das Elektrohandwerk interessant sind nach wie vor Installationen in der Netzebene 4 (Hausverteilnetz). Allerdings erfordert die Errichtung moderner HFC-Netze mit Bandbreiten bis 862 MHz und interaktiven Diensten deutlich höhere Qualifikationen als bei früheren Bk-Netzen. Da sich jeder „Experte für Kabeltechnik“ nennen kann, bietet die dibkom spezielle Zertifikate für Fachkräfte, Installationsbetriebe und Ausbildungsstätten an. Es sei damit zu rechnen, so der Referent, dass Aufträge verstärkt nur noch an zertifizierte Unternehmen vergeben werden. Weitere Infos: www.dibkom.org Normen. Über „neue und geänderte VDE-Bestimmungen mit Festlegungen für das Errichten von Niederspannungsschaltanlagen“ informierte Burkhard Schulze, der ZVEH-Bundesbeauftragte für das Normenwesen. Das besondere Augenmerk lag dabei auf den aktuell anstehenden oder erst kürzlich durchgeführten Neuerungen und Änderungen in der DIN VDE 0100: · Teil 410/A1: „Schutz gegen elektrischen Schlag“ · Teil 482: „Brandschutz bei besonderen Risiken oder Gefahren“ · Teil 520: „Kabel- und Leitungssysteme (-anlagen)“ · Teil 705: „Landwirtschaftliche und gartenbauliche Anwesen“. Neu hinzu kommt der Teil 735 „Fußboden-, Decken- und Flächenheizungen“. Branche aktuell Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 6 437 Interessiert verfolgten die 75 Teilnehmer der Fachtagung die Ausführungen der Referenten

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