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Elektrosicherheit | Messen und Prüfen

Geräteprüfung nach DIN VDE 0701-0702

Geschulter Blick entdeckt mehr als „wildes“ Messen
ep7/2017, 1 Seite

Der Bereich „Messen und Prüfen“ zählt zu den Kernkompetenzen eines Elektrotechnikers. Nicht wenige verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Doch eingefahrene Routinen sowie mangelnde Fachkenntnisse bergen Fallstricke, die es bei den Geräteprüfungen zu vermeiden gilt. Der ep fragt bei der Autorin Kirsten Rohlof, Fachdozentin der MEBEDO Akademie, nach ihren Erfahrungen bei der praktischen Schulung von Prüfern.


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K. Rohlof: Es gibt Prüfgeräte, die mit einem Prüfstrom von 25 A arbeiten. Allerdings verwenden diese Prüfgeräte eher die Hersteller elektrotechnischer Erzeugnisse. Die Anforderung von mindestens 200 mA Prüfstrom ist dafür vorgesehen, dass die Bewertung des Prüfvorgangs passt. Bei einem Multimeter flitzen nur ein paar Elektronen von A nach B (ein paar Mikroampere), dann weiß man nicht sicher, ob da nur ein einzelner Draht der flexiblen Anschlussleitung verbunden ist oder eine ausreichende Stromtragfähigkeit des Schutzleiters gegeben ist. Schicke ich aber Elektronen mit einem mindestens 200 mA starken Prüfstrom durch die Leitung (der in der Praxis wesentlich höher sein kann), dann erhalte ich eine wirklich belastbare Bewertung.

Welche Fehler werden im Ablauf von Geräteprüfungen von den Prüfern häufig begangen?

K. Rohlof: Die Schutzleiterprüfung bewältigen die meisten Prüfer recht ordentlich. Sollte die Sonde nicht richtig aufgesteckt sein, so meckert das Messgerät – dieser Messschritt ist schwer falsch zu machen.

Viele Fehler treten bei der Isolationsmessung auf. Die fachgerechte Verwendung der Messspitze sowie die Prüfpunkte am Gerät sind manchen Akteuren nicht bekannt. Einige Prüfgeräte geben da gute Hilfestellungen, andere lassen den Prüfer alleine bzw. die Hinweise sind am Gerät ausgeschaltet. So kommt es vor, dass einige nur die „halbe“ Prüfung durchführen.

Die größten Fehler entstehen bei den Ableitströmen – Schutzleiterstrom- und Berührungsstrommessung. Unklar sind häufig die Unterschiede zwischen aktiver und passiver Prüfung. Genau darauf werden wir besonders in der Artikelserie in LERNEN & KÖNNEN eingehen. Ich zitiere ein Mitglied aus dem Normenkomitee zur DIN VDE 0701-0702: „Das Ersatzableitstrom-Messverfahren ist der größte Mist unter der Sonne.“ Das Verfahren wird häufig falsch angewendet und bei den modernen Geräten bekommt man damit fast nichts heraus. Allerdings wird die Ersatzableiterstrommessung gerne angewendet, weil sie so schön schnell geht. Da kann man gleich sein Prüfetikett aufkleben – leider findet man auch keine Fehler.


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Autorin Kirsten Rohlof nimmt zusammen mit EP-Redakteur Heino Hackbarth letzte Anpassungen am Beitrag vor (Quelle: S. Reinhardt)

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