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Elektrotechnik
Fachtagung Elektrotechnik des TÜV Saarland - Arbeitsschutz und Sicherheit
ep1/2001, 2 Seiten
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel Die Neufassung der BGV A2 (bisher VBG 4) stellte N. Krause (BGFE) vor. Notwendig wurde diese durch die Änderung der Rechtslage im europäischen und nationalen Raum und die Neuordnung des berufsgenossenschaftlichen Regel- und Vorschriftenwerks. Im April 2000 wurde der Grundentwurf verabschiedet, dessen Rechtsgrundlage der § 15 SGB VII ist. Unterhalb der BG-Vorschrift, die Schutzziele enthält, sind BG-Regeln vorgesehen. In diesen wird dargelegt, wie die Schutzziele erreicht werden können. Durchführungsanweisungen zu den Paragraphen wird es nicht mehr geben. Die Bestätigung durch die Vertreterversammlung und das BMA steht noch aus. Wenn diese vorliegt, wird die neue BGV A2 im ep ausführlich erläutert. DIN VDE 0105-100:2000-06 Auf die neue Ausgabe der Norm „Betrieb elektrischer Anlagen“ ging K. Kargoll (RWTÜV) ein. Wesentliche Änderungen sind: · Gilt für alle elektrischen Anlagen (nicht mehr nur „Starkstromanlagen“). · Die Forderung, bei Prüfungen festzustellen, ob in den Errichtungsnormen geforderte Anpassungen vorgenommen wurden, ist nicht mehr enthalten. · Wiederkehrende Prüfungen von elektrischen Anlagen in Wohnungen. · Gefahrenzonen für Arbeiten unter Spannung wurden neu gefasst. · Kein Verbot mehr, Verlängerungsleitungen ohne Schutzleiter und -kontakt zu verwenden. Statt dessen: „ ... Schutzmaßnahme des anzuschließenden Betriebsmittels sicherstellen.“ · Bei Mast- und Turmstationen sowie in Trafo-Kleinstationen muss die Spannungsfreiheit nun auf der Unter- und Oberspannungsseite festgestellt werden, wenn NH-Sicherungen von Hand ohne isolierende Hilfsmittel herausgenommen oder eingesetzt werden sollen. · Messen des Isolationswiderstands bei wiederkehrenden Prüfungen in Anlagen bis AC 1000 V bzw. DC 1500 V. Der Normtext der Ausgabe 10/97 führte zu Missverständnissen bei der Auslegung, ob in TN-S-Systemen neben dem abgetrennten N-Leiter auch die Außenleiter gegen Erde bzw. PE zu messen sind. Das war natürlich so gemeint und wurde deutlich klargestellt. EMV-Anforderungen an Schaltanlagen behandelte H. Loreyh (Fa. Rittal). Nach einer Übersicht der Normentwicklung in Europa ging er auf die Konformitätsbewertung bez. der EMV einer Anlage ein. Die Forderungen sind erfüllt, wenn · alle Bestandteile das CE-Zeichen haben und die Installation nach Herstellerangaben erfolgte · durch den Hersteller eine entsprechende Anlagendokumentation erstellt wird. Wesentliche EMV-Forderungen: Verhinderung/Verminderung der Störaussendung und definierte Störfestigkeit. Unterschieden wird zwischen leitungsgebundenen und feldgebundenen Störungen. Bei ersteren kann der Gehäusehersteller keine Unterstützung geben. Bei feldgebundenen Störungen bieten HF-geschirmte Gehäuse eine hohe Schirmwirkung durch schlitzfreie elektrisch leitfähige Oberflächen, elektrische Verbindung abnehmbarer oder zu öffnender Flächen (z. B. Türen), Komponenten für durchgängigen Potentialausgleich und Erdung. Als Zubehör-Komponenten werden angeboten: EMV-Kabeleinführungen, Kabelschirm-Kontaktierungen, Sichtfenster und EMV-Lüfter. Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel. W. Rosenberg (VDE) erläuterte die Forderungen an die Erstprüfung (VDE 0100 Teil 610), die Prüfung nach Änderung und Instandsetzung (VDE 0105-100 und VDE 0701) und die wiederkehrende Prüfung. Diese wurden im ep u. a. in [1][2] bereits ausführlich behandelt. Maschinenrichtlinie und Maschinensicherheit Maschinenrichtlinie98/37EG (MSR) In seinen einleitenden Ausführungen ging A. Schriefers (ATR Viersen) auf die Definition einer Maschine sowie die für die CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung für neue Maschinen zu berücksichtigenden Normen und Verordnungen ein. Einzuhalten sind: · Gerätesicherheitsgesez(GSG) 3. GSGV: Maschinenlärminformations-Verordnung 9. GSGV: Maschinenverordnung · Rechtsverordnungen zum GSG, z. B. Druckbeh VO, Elex VO, Niederspannungs VO · EMV-Gesetz · EN-Normen, die für die Maschine gelten. Fehlen EN-Normen, so sind die deutschen Normen einzuhalten. Einsatzforderungen an gebrauchte und umgebaute Maschinen erläuterte St. Klein (TÜV-Saarland). Wesentlicher Gesichtspunkt ist, ob die Maschinen vor Inkraftreten der MSR (1993) in Verkehr gebracht werden oder danach. · Weiterbetriebene Maschinen (in der EU bereits genutzt, Nutzung innerhalb des gleichen Unternehmens wird fortgesetzt) Vor 1993: Forderungen aus dem Anhang der Arbeitsmittelbenutzungsrichtlinie AMBR89/655/ EWG erfüllen. Nach 1993: Forderungen aus MSR erfüllen. · Gebrauchte Maschinen (in einem Staat der EU bereits genutzt, in der EU neu in Verkehr gebracht) und Wiederaufgearbeitete Maschinen (durch technische Maßnahmen in ihrem Zustand, der Leistung und Sicherheit verändert). Nach 1993: Erfüllen der Mindest-Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 1 Branche aktuell Fachtagung Elektrotechnik des TÜV Saarland Arbeitsschutz und Sicherheit Am 16./17. November 2000 fand in Hattingen die 1. Fachtagung Elektrotechnik des TÜV Saarland statt. Themenbereiche waren „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ sowie „Maschinenrichtlinie und Maschinensicherheit“. Etwa 150 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung zur Weiterbildung. Risikograph nach EN 954-1 B 1 2 3 4 Kategorie Ausgangspunkt S - Schwere der Verletzung S1 leichte Verletzung S2 schwere meist irreversible Verletzung bis Tod F - Häufigkeit und Aufenthaltsdauer F1 selten bis öfter und/oder kurze Dauer F2 häufig bis dauernd und/oder lange Dauer P - Möglichkeit zur Vermeidung von Gefährdungen P1 möglich unter bestimmten Bedingungen P2 kaum möglich möglich bevorzugt überdimensioniert Tafel (Steuerungs-)Kategorien nach EN 954-1 Kate- Anforderungen Verhalten des gorie Steuerungssystems B · Steuerung nach dem · Ausfall der Sicherheitsfunktion Stand der Technik bei Auftritt eines Fehlers · Bauteile müssen den zu · Einige Fehler bleiben unerkannt erwartenden Einflüssen standhalten 1 · zusätzlich zu „B“ · Höhere Zuverlässigkeit der · Einsatz sicherheitstech- Sicherheitsfunktion, aber nisch bewährter Kompo- weiterhin Ausfall der Sichernenten und Prinzipien heitsfunktion möglich 2 · zusätzlich zu „B“ · 1 Fehler wird durch Prüfung · Testen der Sicherheits- erkannt funktion in angemesse- · Verlust der Sicherheitsfunktion nen Zeitabständen zwischen den Prüfungen möglich 3 · zusätzlich zu „B“ · Einige (nicht alle) Fehler · Einfehlersicherheit werden erkannt · Fehlererkennung (sofern · Ausfall der Sicherheitsfuktion praktikabel) bei mehr als 1 Fehler 4 · zusätzlich zu „B“ · Jeder erstmals auftretende · Einfehlersicherheit Fehler wird erkannt · Fehlererkennung oder · Sicherheitsfunktion bleibt keine Gefährdung durch immer erhalten Fehlerhäufung anforderungen nach Anhang I der MSR beim ersten Inverkehrbringen; vor Wiederinbetriebnahme Prüfung nach VBG 1 §39. Vor 1993: Erfüllen der Mindestanforderungen aus Anhang I der AMBR89/ 655/EWG. · Umgebaute/erneuerte Maschinen (bestehen ganz oder teilweise aus Teilen alter Maschinen). Verfahren der MSR müssen vollständig angewandt werden. Zu beachten ist: Werden vom Betreiber wesentliche Teile beigestellt oder angebracht, so kann der Betreiber zum Endhersteller werden. Er übernimmt dann die Verantwortung für die Konformitätserklärung. Gefährdungsanalyse/Risikobewertung für elektrische Maschinen behandelte M. Eickhoff (Fa. Moeller). Für jede Maschine ist auf der Grundlage der Normen eine Gefährdungsanalyse durchzuführen. Hierbei sind folgende Schritte sinnvoll: · Bestimmung der Grenzen der Maschine · Identifizierung der Gefährdung · Risikoeinschätzung · Risikobewertung · Risikominderung - wenn notwendig. Die Risikobewertung erfolgt mit dem Risikograph nach EN 954-1 (Bild ). Ergebnis der Bewertung ist die Zuordnung zu einer bestimmten (Steuerungs-)Kategorie. Tafel enthält die für die Kategorien einzuhaltenden Anforderungen und das Verhalten des Steuerungssystems. An einem Beispiel zeigte der Referent, wie die Kategorie ermittelt wird und wie die Steuerung realisiert werden kann. DIN VDE 0113. H. Teigeler (Maschinenbau BG) erläuterte die wichtigsten Forderungen der Norm „Elektrische Ausrüstung von Maschinen“. Sie legt fest, welche Maßnahmen einzuhalten sind, damit die Sicherheit von Personen und Sachen sowie die Funktionsfähigkeit einer Anlage erfüllt ist [3]. Literatur [1] Bödeker, K.; Kindermann, R.: E-Check und Wiederholungsprüfung. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 3, S. 219-223; 4, S. 310-317; 5, S. 444-446. [2] Bödeker, K.; Kindermann, R.: Prüfung elektrischer Geräte nach ihrer Instandsetzung - Neufassung von DIN VDE 0701 Teil 1. Elektropraktiker, Berlin 54(2000)9, S. 770-774. [3] Leidenroth, H.: Die neue DIN VDE 0113. Elektropraktiker 53 (1999)10, LuK S. 10-12. H. Elster Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 1 19 Branche aktuell Messe mit neuem Konzept Die Messen im Osten leiden nach Anfangserfolgen der ersten Nachwendejahre unter chronischem Besuchermangel. Unzufriedene Veranstalter und ausbleibende Aussteller sind die Konsequenz. Einige auch überregionale Computermessen sind dieser Entwicklung bereits zum Opfer gefallen. Die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in den alten und neuen Bundesländern hinterlässt auch im Messegeschehen Spuren. Die COMTEC bewies, dass es anders geht. Mit einem Verbund von Computerfachmesse COMTEC und Industriefachmesse IFM versucht der Messeveranstalter ORTEC in Dresden dem Besucherschwund zu entgehen. Offenbar mit Erfolg. Auf der Verbundmesse präsentierten über 400 Austeller aus vier Ländern ihre Angebote zu Informations- und Kommunikationstechnologien sowie aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau. Bei mehr als 15000 Besuchern, aber auch bei den Ausstellern fand das Konzept Anklang, gibt es doch zunehmend Berührungspunkte zwischen beiden Gebieten. Die 258 Aussteller der Computerfachmesse verzeichneten eine deutliche Zunahme konkreter Anfragen. Positiv wurde die verstärkte Präsenz von Entscheidungsträgern registriert. Mit der IFM wurde gleichzeitig eine neue Messe platziert. Messeschwerpunkte Die Computerfachmesse wurde naturgemäß von sächsischen Ausstellern dominiert. Sie stellten einmal mehr unter Beweis, dass Sachsen bei Hochtechnologien der führende Standort in den neuen Bundesländern ist. Aber auch Austeller aus anderen Bundesländern und dem Ausland waren vertreten. Wer sich rund um den Computer informieren wollte, kam hier auf seine Kosten. Ein breites Angebot an Hardware wurde vorgestellt, ob PC oder Mac, Rechnerperipherie oder Netzwerke, Software für Firmen und den privaten Gebrauch, bzw. Internetzugänge. Die Angebote richteten sich vor allem an den regionalen Endkunden. Unübersehbar auch hier die Ausrichtung auf das Internet. Die Möglichkeiten der eigenen Präsentation im Netz und die Verlagerung von Geschäftsprozessen ins Web standen im Mittelpunkt. Tagungsprogramm Keine Messe ohne Vortragsprogramm, so auch auf der COM-TEC. Internet, E-Commerce/E-Business, IT-Sicherheit, Netzwerke und natürlich Linux hießen hier die Schwerpunkte. Zusätzlich gab es Vorträge und Workshops zu Themen wie CAD/CAM, Finanzierung von Start-Up-Unternehmen, Venture Capital und zu Informationssystemen im kommunalen Bereich. Bei Letzteren konzentrierte sich das Interesse besonders auf Geoinformationssysteme. Die traditionelle Podiumsdiskussion des VDE-Bezirksvereins bot Jugendlichen die Möglichkeit sich über Studienangebote und Berufschancen zu informieren. Unter bewährter Leitung von Prof. H. Pundt (TU Dresden) diskutierten neben Vertretern sächsischer Hochschulen auch Industrievertreter z. B. von AMD und Infineon. Topthema Linux Wie im Vorjahr war Linux das Spitzenthema. Nur rechtzeitiges Erscheinen sicherte bei den Vorträgen einen Platz. Mehr und mehr werden die Vorträge auch von gestandenen Fachleuten und professionellen Anwendern besucht. Überwältigend war das Interesse am Vortrag des Dresdener Lehrers Klaproth. Er zeigte in seinem Vortrag „Einsatz von Linux in Schulen“, dass Linux nicht nur aus finanziellen Erwägungen eine vernünftige Wahl ist, sondern auch aus pädagogisch-methodischer Sicht alles für Linux spricht. Die von ihm vorgestellte Nutzung älterer Rechner (ab 486er mit 8/16 MB RAM, mit/ohne Festplatte) als X-Window-Terminal, ermöglicht die Weiternutzung vorhandener Technik ohne Abstriche bei Bedienkomfort, Leistungsfähigkeit und Umfang des zu vermittelnden Stoffes. Dicht umlagert war stets der Stand der Linux User Group Dresden (www.lug-dd.schlittermann.de). Eine Reihe von Firmen bot Dienstleistungen im Linux-Umfeld an. Ebenso selbstverständlich waren regionale Computerhändler mit Systemen für unterschiedlichste Anforderungen mit vorinstalliertem Linux vertreten. Resümee Die Dresdener Computerfachmesse hat einen festen Platz im deutschen Messekalender gefunden. Mit der Kombination von Computer- und Industriefachmesse hat der Veranstalter erfolgreich Neuland betreten. Vielleicht wird dieser Verbund zum Markenzeichen dieser Messe. Synergieeffekte ergeben sich für Veranstalter, Aussteller und Besucher durchaus. Die nächste COMTEC soll im November 2001 stattfinden. H. Möbus Computerfachmesse COMTEC 2000 in Dresden Erfolgreicher Messeverbund Die 10. Dresdener Fachmesse für Informations- und Kommunikationstechnologien verwirklichte erstmals den Verbund von Computer- und Industriefachmesse. Hard- und Softwarelösungen rund um den PC und ein umfangreiches Tagungsprogramm fanden ihr Publikum. Linux ist auf jeder Computermesse ein Topthema
Autor
- H. Elster
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