Skip to main content 
Gebäudesystemtechnik | Elektrotechnik

Energieeffizienz in gewerblich genutzten Gebäuden

ep1/2010, 1 Seite

Bei der Installation einer wirtschaftlichen Elektroverteilung in einem Gewerbegebäude mit Produktion und angeschlossenem Verwaltungstrakt war ein hoher Automatisierungsgrad bei der Steuerung von Beleuchtung, Heizung und Beschattung gefordert. Um einen energiebewussten und gleichzeitig komfortablen Betrieb sicherzustellen, kam eine Gebäudeautomatisierung auf KNX-Basis zum Einsatz.


Wirtschaftlich und komfortabel mit KNX Steigende Energiepreise haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Kosten für Strom und Heizung einen immer höheren Anteil an den Herstellungskosten von Produkten und Dienstleistungen ausmachen. Vor allem energieintensiv produzierende Branchen wie die Metallbearbeitung sind in hohem Maße davon betroffen. Das Augenmerk dieser Unternehmen richtet sich deshalb verstärkt auf einen energieeffizienten Betrieb sowohl in der Fertigung als auch in der Verwaltung. Das Thema Energieeinsparung genoss auch beim Bau des neuen Firmenstandorts der Karl Schobloch Metallbearbeitung im Markdorfer Gewerbegebiet Riedwiesen (Bild ) hohe Priorität - schließlich benötigt das Unternehmen pro Monat so viel Strom wie zwei Einfamilienhäuser in einem Jahr. Um einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes zu erreichen, führte am Einsatz einer modernen Gebäudeautomation kein Weg vorbei. Die Wahl fiel auf das Bussystem Tebis KNX von Hager, installiert durch den Elektrofachbetrieb Martin aus Friedrichshafen. Manuelle und automatische Steuerung Besonders ausgefeilt und bedienfreundlich zugleich präsentiert sich die Heizungs- und Beschattungssteuerung: In allen Büros sind Raumtemperaturregler mit LCD-Anzeige und Tastsensoren (Bild ) montiert, mit denen sich die elektrotechnische Ausstattung der Räumlichkeiten komplett steuern lässt - über die Reglerfunktion können die Mitarbeiter ihre Büros durch die Digitalanzeige exakt in einzelnen Gradschritten sowohl heizen als auch kühlen. Über die Tastsensoren erfolgt das Herauf- und Herunterfahren der Jalousien sowie das Ein- und Ausschalten des Lichts. Neben dieser manuellen Steuerung über das Schalterprogramm Kallysto wurden in die Busanlage natürlich auch automatische Funktionen integriert, die einen optimalen Betrieb unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sicherstellen. So sind sämtliche Jalousien und die Oberlichter „wettersensibel“ programmiert: Eine Tebis-Wetterstation auf dem Dach des Gebäudes (Bild ) registriert Niederschlag oder Wind, schließt bei Regen die Oberlichter und fährt bei aufkommendem Wind die Jalousien hoch. Sogar eine automatische Verschattung des Gebäudes je nach Sonnenstand ist mit Hilfe der Wetterstation möglich. Zum einen wird den Mitarbeitern auf diese Weise ein blendfreies Arbeiten beispielsweise an den PC-Bildschirmen ermöglicht. Zum anderen beeinflusst die automatische Beschattung die Energiebilanz des Gebäudes positiv. So wird im Sommer verhindert, dass sich das Gebäude zu stark aufheizt und mit hohem Energieeinsatz wieder heruntergekühlt werden muss. Umgekehrt kann im Winter hingegen die Sonneneinstrahlung zur Aufwärmung des Gebäudes herangezogen werden und so die Heizkosten senken. Beleuchtungssteuerung mit Alarmfunktion Um einen möglichst wirtschaftlichen Energieeinsatz bei der Beleuchtung sicherzustellen, sind allgemeine Räume wie WC und Umkleiden mit Präsenzmeldern ausgestattet. Diese schalten die Beleuchtung sowohl helligkeitsals auch bewegungsabhängig und tragen so zur Energieeinsparung bei, da die Beleuchtung nur dann eingeschaltet wird, wenn es erforderlich ist. Besonders praktisch: Die Flure sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet, die nachts auf Alarmfunktion geschaltet werden und so die Sicherheit erhöhen (Bild ). Auch in der Fertigung ist die Beleuchtung auf Wirtschaftlichkeit programmiert: In den Pausen schaltet sich die Hallenbeleuchtung automatisch aus. Kehren die Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurück, schalten sie an einem LCD-Minitableau die Beleuchtung wieder ein. H. Fecht Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 1 65 Energieeffizienz in gewerblich genutzten Gebäuden Bei der Installation einer wirtschaftlichen Elektroverteilung in einem Gewerbegebäude mit Produktion und angeschlossenem Verwaltungstrakt war ein hoher Automatisierungsgrad bei der Steuerung von Beleuchtung, Heizung und Beschattung gefordert. Um einen energiebewussten und gleichzeitig komfortablen Betrieb sicherzustellen, kam eine Gebäudeautomatisierung auf KNX-Basis zum Einsatz. AUS DER PRAXIS Raumtemperaturregler mit LCD-Anzeige und Tastsensoren zum Steuern von Beleuchtung, Jalousien und Heizung in den Büros Bewegungsmelder in den Fluren, die nachts auf Alarmfunktion geschaltet werden Fotos: Hager Die Station auf dem Dach registriert die Wetterdaten, die für die Steuerung der Gebäudeautomatisierung herangezogen werden Die Firma Karl Schobloch Metallbearbeitung in Markdorf hat beim Neubau großen Wert auf Energieeinsparung gelegt

Autor
  • H. Fecht
Sie haben eine Fachfrage?