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Bitcoin als Stütze der Energieversorgung

Taugt BTC als Energiereserve und zur Stabilisierung?
ep12/2021, 2 Seiten

Verfolgt man übliche Pressemeldungen, geht es bei der Kryptowährung Bitcoin fast immer um zwei Themen: entweder sind es auffällige Kursschwankungen oder es ist der hohe Energieverbrauch. In diesem Beitrag geht es um eine Energieversorgungsoption, die die gängige Kritik praktisch auf den Kopf stellt.


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Stabilisierung

Der größte Vorteil dieses Systems wäre folgender: Braucht das öffentliche Netz plötzlich viel mehr Energie vom Kraftwerk, lassen sich die Mining-Rigs in Sekundenschnelle stufenweise abschalten (vermutlich SOL), ohne dass dadurch irgendwelche Nachteile für jemanden entstehen und ohne dass es jemand überhaupt bemerkt – und es gehen auch keine Informationen verloren! Unsere Energieversorgungsnetze ließen sich optimal stabil betreiben, trotz der erneuerbaren Energien und trotz E-Auto-Ladevolumina. Laut Henrik Juhlin von Vattenfall ist das Mining ein idealer Weg, die Belastung der Stromnetze auszugleichen und macht es zu einem effektiven Werkzeug für das Netzmanagement. Der Bitcoin würde als Werkzeug zur Stabilisierung der Netze dienen, ohne Kosten zu verursachen. Wähler und Politiker müssen diese Zusammenhänge nur verstehen und umsetzen, aber die Zeit drängt. Bislang gab es solche Alternativen zur „Lithium-Ionen-Mega-Speicherungs-Anlage“ nicht, daher fällt diese neue Orientierung schwer, trotzdem ist es eine Überlegung wert. Eine Verteufelung der Bitcoin-Technologie könnte sich als großer Denkfehler erweisen.

Einige CO2-Informationen sollten an dieser Stelle auch nicht fehlen, um die Größenordnungen vergleichen zu können. Folgender international anerkannter Report stellt z. B. fest, dass für das BTC-Mining bereits 39 % regenerative Energien verwendet werden (Universität Cambridge: 3rd Global Cryptoasset Benchmarking Study von 2020, S. 11). Auf einen höheren Anteil bei der Nutzung regenerativer Energien kommt Deutschland selbst nicht. Die Bilanz dürfte sich rel. bald noch deutlich verbessern, da das Mining in China seit 2021 kaum noch erlaubt ist und dort überwiegend mit fossilen Brennstoffen gearbeitet wurde. Bitcoin ist z. B. nur für ca. 0,05 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, die Modeindustrie für 5 %. Und da stellt sich die Frage was wichtiger ist: die neueste Kollektion oder das erste weltweit faire Wertesystem? Folgende Zahlen zeigen in Millionen Tonnen den jährlichen CO2-Ausstoß verschiedener Bereiche.

  • Bitcoin: 44,1

  • Goldgewinnung: 144

  • Finanz- und Versicherungswesen: 1 368


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    Den Prozess der Blockbildung kann man unter mempool.space/de live verfolgen (Quelle: mempool)

    Autor
    • H. Leidennroth
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