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Elektrotechnik | Installationstechnik | Schränke und Verteiler

Beschriftung in Schaltschränken

ep6/2020, 2 Seiten

?Gibt es eine Norm, in der beschrieben wird, wie und wie oft Bauteile in einem Schaltschrank beschriftet werden müssen? Genügt eine Beschriftung direkt am Gerät oder muss zwingend eine weitere Kennzeichnung auf der Grundplatte des Schaltschrankes vorgenommen werden? Muss an den Einzeladern der ankommenden externen Kabel und Leitungen gekennzeichnet sein, welcher Klemme sie zugehören? Im Schaltplan ist ja dokumentiert, welche Ader auf welche Klemme aufgelegt wird.


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Ausführung in der Praxis. Bei Installationsverteilern wird heute üblicherweise wie folgt vorgegangen: Die auf der Vorderseite der inneren Abdeckung (Zwischenabdeckung) des Verteilers meist schon vorhandenen Beschriftungsstreifen sind dafür geeignet und den Betriebsmitteln, zugeordnet, entweder als Betriebsmittelkennzeichnung (z. B. ein Referenzkennzeichen mit Art, Zählnummer) oder bei einfachen elektrischen Anlagen, meist als fortlaufende Zahl. Wo solche Beschriftungsstreifen nicht vorhanden sind, können sie aber bei den jeweiligen Herstellern bezogen werden. Ob diese Beschriftungsstreifen oberhalb der Betriebsmittelausschnitte oder unterhalb angeordnet werden, ist ebenfalls nicht festgelegt.

Zur Interpretation wird diese Betriebsmittelkennzeichnung dann auf einer Liste, die üblicherweise auf der Innenseite der Verteilertür angebracht wird, den einzelnen Räumen/Verbrauchern/Endstromkreisen zugeordnet.

Sicher wird es, bei solchen Verteilern, keine zusätzliche Kennzeichnung der Betriebsmittel unter, neben oder auf den Betriebsmitteln selbst geben, was auch bei solchen Verteilern nicht notwendig und sinnvoll wäre. Verboten wäre eine zusätzliche Kennzeichnung auf den Betriebsmitteln aber nicht.

Kennzeichnung nach Reihe DIN EN 61439 (VDE 0660-600). (Betriebsmittelkennzeichnung bzw. Referenzkennzeichen bei Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen nach den Normen der Reihe DIN EN 61439 (VDE 0660-600)) Im Abschnitt 6.3 (Identifizierung von Geräten und/oder Bauteilen) von DIN EN 61439-1 (VDE 0660-600-1) [6] ist hierzu folgendes festgelegt: „Innerhalb der Schaltgerätekombination muss es möglich sein, bestimmte Stromkreise und ihre Schutzeinrichtungen zu identifizieren. Kennzeichnungen müssen lesbar, dauerhaft und für die physikalische Umgebung geeignet sein. Alle verwendeten Kennzeichnungen müssen mit IEC 81346-1 und mit IEC 81346-2 übereinstimmen und mit denen im Schaltplan identisch sein, der in Übereinstimmung mit IEC 61082-1 sein muss.“

Auch hieraus ergeben sich keine weiteren Details für die Anbringung der Betriebsmittelkennzeichnung.


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Quellen

DIN EN 60670-24 (VDE 0606-24):2014-03 Dosen und Gehäuse für Installationsgeräte für Haushalt und ähnliche ortsfeste elektrische Installationen – Teil 24: Besondere Anforderungen für Gehäuse zur Aufnahme von Schutzgeräten und ähnlichen energieverbrauchenden Geräten.

DIN VDE 0603-1 (VDE 0603-1):1991-10 (zurückgezogen) Installationskleinverteiler und Zählerplätze AC 400 V – Installationskleinverteiler und Zählerplätze.

VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2019-04 Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung).

DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2019-06 Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen.

DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510):2014-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-51: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Allgemeine Bestimmungen.

DIN EN 61439-1 (VDE 0660-600-1):2012-06 Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – Teil 1: Allgemeine Festlegungen.

DIN VDE 0603-1 (VDE 0603-1):2017-06 Zählerplätze – Teil 1: Allgemeine Anforderungen.


Autor
  • W. Hörmann
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