In Cuxhaven wird jetzt auf einem regionalen Marktplatz der Handel mit Strom getestet. Damit ist ein weiterer wesentlicher Meilenstein im Forschungsprojekt eTelligence erreicht. Mehrere Stromverbraucher und Erzeuger in Cuxhaven, darunter Kühlhäuser und KWK-Anlagen, nehmen am automatisierten Testhandel teil.
Immer dann, wenn Stromerzeugung und -verbrauch möglichst optimal aufeinander abgestimmt sind, entsteht für die am Marktplatz teilnehmenden Akteure nach der ersten Testphase ab Herbst sogar ein realer Preisvorteil – als Anreiz für die Teilnahme. Erzeugt zum Beispiel die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage des Cuxhavener Erlebnisbades "Ahoi" Wärme für den Badebetrieb, kann der dabei gleichzeitig entstehende Strom beispielsweise zum Kühlen der Kühlhäuser genutzt werden. eTelligence zeigt damit einen Weg zu hoher Versorgungssicherheit und verbesserter Wirtschaftlichkeit. Zeitgleich werden erneuerbare Energien durch ihre Integration in eTelligence besser nutzbar gemacht, was eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen ermöglicht.
Über den eTelligence-Marktplatz erhalten gerade kleinere, dezentrale Erzeuger Zugang zum Strommarkt. Gewerbekunden andererseits können ihren Verbrauch dank der eingesetzten Informations- und Kommunikationstechnologien flexibler regeln und mit diesem Verschiebepotential aktiver Marktteilnehmer werden. Die geringe Produktvielfalt und die hohen Markteintrittshürden an den Strommärkten schränken bislang vor allem kleinere Akteure ein. Der Marktplatz erprobt daher neue Produktmodelle, die diesen Nachteil nicht aufweisen.
Dr. Tanja Schmedes (EWE) übernimmt mit Wirkung zum 1. August 2010 die Gesamtprojektleitung eTelligence. Die Informatikerin löst den bisherigen Projektleiter Dr. Wolfram Krause ab, der für ein Jahr Elternzeit nimmt.
Bei eTelligence arbeiten sechs Partner (Konsortialführer EWE, BTC, Energy & Meteo Systems, Fraunhofer Allianz Energie, Offis und Öko-Institut) an den optimalen Lösungen für ein Energiesystem, das speziell an die Gegebenheiten der Modellregion Cuxhaven angepasst ist. Diese zeichnet sich durch ein besonders breites Spektrum erneuerbarer Energien aus: Wind, Photovoltaik und Biogas. Zahlreiche dezentrale Produzenten erzeugen hier Strom. Auf der Verbraucherseite existieren flexible Abnehmer, die sich auf die Schwankungen der erneuerbaren Energieerzeugung einstellen können. Wenn viel Strom verfügbar ist, nehmen sie viel Strom ab. Ist wenig Strom verfügbar, verbrauchen sie wenig. eTelligence ist eines von sechs Modellprojekten in Deutschland, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen des Programms E-Energy derzeit fördern.


